Montag, 25. April 2011

hinter glas


Letzten Samstag besetzten Roman Israel & Micul Dejun
zusammen den Fischladen und brachten ihre Lyrik hinter
Glas auf die Straße. Daher konnte die Zuhörerschaft dieser
Lesung nicht im Laden, sondern ausschließlich vor der anderen
Seite der Scheibe bewohnen.






Kommentare:

  1. Liebe Wegwälzer lyrischen Fortschritts in Dresden,

    in Zeiten wie diesen, in denen die revisionistischen Drachen des imperalistischen Zeitgeistes ungehemmt mit den halbherzigen Masken von Konsum und Zinseszins durch die Straßen der altehrwürdigen sächsischen Metropole fauchen, tut es gut zu wissen, dass die
    Unerschrockenen, die Stirnbieter des Bösen, noch nicht ausgestorben sind, dass sie sich nicht in anonymen Digitalnetzen verkriechen, sondern, ihre nackte Haut zu Markte tragend, im Schaufenster der Poesie ihren
    Mann stehen. Paul Jeute und Roman Israel verdienen ohne Wenn und Aber unsere Achtung - Punkt.

    Dennoch einige kritische Anmerkungen praktischer Natur:

    1. Das Schaufenster des Fischladens gibt bei einer Lesung mehr her, als eine Dauerschleife Trampolin hüpfender Füße. Wie wäre es mit ein paar Fischen? Am Anfang tut es auch eine geräucherte Makrele.

    2. Es gibt keinen driftigen Grund Bier nur in kleinen Flaschen auszuschenken.

    3. Dresden wurde vom Krieg völlig zerstört, nach 1945 siedelte man hier hauptsächlich Bauern aus der Gegend von Tombolsk an. Um den kulturellen Nährboden ist esfolgerichtig aktuell noch magerlich bestellt. Deshalb
    sollte
    a) der Inhalt der Gedichte etwas volksnäher gestaltet werden (das Bahnhofsgedicht ging in die richtige Richtung)
    b) könnte man durch den Verkauf von frischen Fischsemmeln zum Bier ein breiteres Publikum gewinnen

    Ich könnte hier noch ein paar weitere Punkte aufzählen (warum müssen Dichter z.B. in der Öffentlichkeit rauchen? Sie können z.B. während der Lesung eine Fischsemmel essen und damit ihre Solidarität zum Hörer bekunden), aber ich will es mit dem Geschriebenen bewenden lassen. Es war in Summe eine sehr gelungene Veranstaltung.

    Pirat8

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  2. :: lieber pirat, danke fuer deine kritik !!!
    ein paar anmerkungen seitens des FL:

    1.) bier gibts in grossen und kleinen flaschen je nach gusto
    2.) dresden wurde nicht "vom krieg" und gleich gar nicht völlig zerstört
    3.) dichter rauchen nie in der öffentlichkeit,
    4.) das mit den fischsemmeln gilt es zu überlegen

    liebe gruesse vom fl

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